Ab wann kann ich frühestens mit meinem Kind eine kieferorthopädische Behandlung beginnen?

Frühestens ab dem 4. Lebensjahr, wenn sich das Milchgebiss langsam entwickelt, kann eine Frühbehandlung stattfinden. Allerdings ist eine so frühe kieferorthopädische Behandlung nur dann wirklich notwendig, wenn eine extreme Fehlstellung der Milchzähne bzw. des Kiefers vorliegt oder auf längere Sicht zu erwarten ist. Erst auf eine Empfehlung des Hauszahnarztes oder des Kieferorthopäden hin wird eine kieferorthopädische  Behandlung in Betracht gezogen. Oft reicht eine Korrektur noch später im Jugendalter aus, da sich hier der Körper am stärksten im Wachstum befindet und der Kiefer sich da am besten formen lässt.

Macht eine so frühe kieferorthopädische Behandlung dann überhaupt Sinn?

Bei extremen Fehlstellungen der Milchzähne macht eine kieferorthopädische Behandlung durchaus Sinn.
Somit kann die spätere Behandlungszeit
verkürzt  werden, seltener sogar ganz erspart bleiben.
In diesem Alter sind Sprachfehler und Schwierigkeiten mit der Kaufunktion oft auf krumme Milchzähne zurückzuführen. Solche Behinderungen können durch die Frühbehandlung behoben werden.

Warum hat mein Kind jetzt bereits schiefe Zähne?

Schiefe Zähne bei den ganz kleinen können einerseits an dem zu frühen Verlust der Milchzähne liegen, meist aber an schädlichen Angewohnheiten des Kindes. Als Beispiel hierfür wäre das Daumenlutschen zu erwähnen, welches oft zu unrecht verharmlost wird.

Typisches DaumenlutschenAuf der nebenstehenden Fotoserie kann man gut
erkennen, wie


A - der Daumen meist im Mund liegt.

Verschiebung der Zähne durch DaumenlutschenB - Hier sieht man, wie der Daumen an den vorderen Schneidezähnen anliegt, und diese nach vorne oben drückt... und dabei die unteren Zähne  nach innen hinten schiebt.

Fehlstellung des Gebiss durch DaumenlutschenC - Dieser Druck verformt die Zahnstellung, so dass zum Schluss der Kiefer nicht mehr richtig schließt. Auf dem Bild sieht man deutlich, wie das Kind zusammenbeißt. Die Backenzähne berühren sich, und vorne (wo der Daumen immer ist) schließen die
Zähne nicht mehr. Probleme bei
der Nahrungsaufnahme und beim
Sprechen sind nun unausweichlich
vorprogrammiert.

Verformter Daumen durch LutschenD - Hier zeigen wir den Daumen des Kindes, an dem man deutlich sehen kann wie die Kräfte beim Daumenlutschen zu Gange sind: Das Nagelbett ist bereits verformt und in der Mitte des Daumens ist die Haut über dem Gelenk spröde und entzündet.

Lutschplatte gegen DaumenlutschenE - Mit diesen Gerät, der Lutschplatte, können wir ihrem Kind das Daumenlutschen abgewöhnen – allerdings nur, wenn ihr Kind bereits bereit ist, mit dem Lutschen aufzuhören.


Sehr oft sind Zahnfehlstellungen allerdings auch vererbt. In den seltensten Fällen ist eine Kieferorthopädische Behandlung nur deshalb notwendig,
weil schädliche Angewohnheiten vorliegen – meistens sind Zahnfehlstellungen angeboren.

Was passiert nach der Frühbehandlung?

Da sich während der Wachstumsphase noch viel tut, sollten Sie auch nach der Frühbehandlung regelmäßig mit Ihrem Kind bei uns vorbeischauen und es untersuchen lassen. Die Früh-
behandlung ist keine Garantie für ein zukünftig schönes Gebiss, sie kann lediglich grobe Fehlstellungen beheben. Durch diese Vorarbeit
dauert dann eine spätere Behandlung nicht so lange wie üblich, seltener kann auf weitere Maßnahmen sogar komplett verzichtet werden.

Weitere Informationen zur Frühbehandlung finden Sie, im Bereich Behandlung.


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